Wintersonnenwende und das Dao

Wintersonnenwende und das Dao

In der Philosophie des Daoismus wird die Wintersommerwende als die Zeitspanne mit dem meisten Yin- Anteil angesehen. Es ist die Winterzeit wo das Yang nicht überstrapaziert werden sollte. Übersetzt heißt das einfach weniger Action mehr entspannen das sollte sollte der Mensch jetzt beachten. Die Natur macht es uns vor wie optimal man dies gestalten kann. Tiere machen Winterschlaf oder reduzieren die Action nur auf das Lebenswichtige. Die Pflanzen sind in vermeintlicher Starre aber schon mit ihren Knospen startbereit für den Frühling. Da wir natürlich auch ein Teil der Natur sind sollten wir uns auch nicht von diesen Naturgesetzen entfernen. Yin (Winter) ist der Ruhe zugeordnet und das Yang (Sommer) der Bewegung und Action. Sind wir im Einklang mit dem Makrokosmos (Natur) werden wir für unseren Mikrokosmos (Leben) die optimale Vitalisierung erlangen. Arbeitet der Mensch stark gegen die Natur kostet dies viel von seiner Lebensenergie Qi.

Anpassen an die max. Yin Zeit (Winter) kann viele Facetten haben. Weniger ist mehr damit ist vor allem Leistungsorientiertes Verhalten gemeint den dies lässt das Yang nicht zur Ruhe kommen. Den Sport sollte man etwas runterfahren besonders wenn dieser mit starker Belastung einher geht. Tempo rausnehmen, Trainingsgewichte reduzieren auch die Gesamtzeit des Trainings etc. also man braucht nicht verzichten sondern alles nur relaxt angehen. Der Schlaf sollte nun ein bis zwei Stunden länger sein als in den anderen Jahreszeiten. All dieses wird schon ganz klar im Buch des gelben Kaisers dem Neijing Kapitel 2 beschrieben. Dieses Buch gehört zu den Klassikern und ist so etwas wie die Bibel der Klassischen Chinesischen Medizin.

Ein Auszug aus dem Neijing Buch:

„Die drei Monate des Winters werden schließen und speichern genannt. Wasser gefriert und die Erde reißt auf. Störe das Yang garnicht. Gehe früh zu Bett und stehe später auf. …..

Vermeide die Kälte und suche die Wärme. Lass die Haut nicht auslaufen (schwitzen)…

Sich diesen Prinzipien zu widersetzen, verletzt die Niere. (Nei Jing, Kapitel 2)

Winteraction in einer Nussschale:

  • mehr Schlaf
  • weniger Action
  • möglichst saisonal essen
  • warm halten und warm trinken

Wer dies beherzigt wird gesund und vital den Frühling begrüßen.

Immortal Li

Immortal Li

Sein voller Name ist Li Tieguai oder wird auch „Li mit der eisernen Krücke“genannt.

Immortal Li ist einer von den bekannten daoistischen „Eight Immortals“. Wie jeder von den „Acht Unsterblichen“hat er eine bestimmte Fähigkeit inne. Er reiste gerne nah und fern ohne irgendwelche Transportmittel zu nutzen. Er schwebte / reiste ohne Körper, sein Spirit war fähig dazu. Li Tieguai lernte direkt von Lao Tse und erlangte dadurch die Unsterblichkeit.

Seinen behinderten Körper bekam er nachdem er seinen eigentlichen Körper für eine Astral- Reise verlassen hatte und nach sieben Tagen zurückkehren wollte. Jedoch fand der seinen eigentlichen Körper nicht mehr.

Was war geschehen? Sein Schüler Li Qing hatte seinen Körper verbrannt. Li Taiguai wies seinen Schüler vor seiner Astral Reise an dies zu tun falls er nach sieben Tagen nicht zurückkehren sollte. Am morgen des siebten Tages bekam der Schüler eine Nachricht das seine Mutter im sterben liege und er war im Zwiespalt; weiterhin aufpassen auf seinen Meister oder zu seiner Mutter gehen. Da es aber schon der siebte Tag war, wenn auch noch früh, beschloss der Schüler den Körper zu verbrennen und seiner Mutter die letzte Ehre zu erweisen.

Als Li Taiguai am siebten Tag zurückkehrte fand er statt seinen Körper nur noch einen glimmenden Aschenhaufen vor. Seinen menschlichen Körper gab es nicht mehr.

Immortal Li musste nun schleunigst einen neuen Körper für seinen Spirit finden und in der Nähe fand einen sterbenden Bettler welcher in einem Graben lag. Diese Chance nutzend fuhr der Spirit von Immortal Li in den Körper des so eben verstorbenen. Nachdem Li den Körper wieder aktiviert hatte spürte er das der Körper des Bettlers gelähmt war und das er sich nur mittels einer eisernen Krücke bewegen konnte. So wurde Li Tieguai zu einem hässlichen alten Mann mit schmutzigen Gesicht, zotteligen Bart und unordentlichen Haar welcher mit einer eisernen Krücke und einer Kalebasse bestückt war.

In dem Flaschenkürbis war Medizin die nie zu Ende ging. Mit seiner Macht und dieser Medizin hilft er Unterdrückte, Bedürftige und Kranke.

Eight Immortals

Viele bzw. die meisten Unsterblichen waren zuvor normale Menschen. Sie zogen jedoch die Aufmerksamkeit der Götter auf sich. Zum Beispiel wurden sie ungerecht behandelt jedoch beschwerten sie sich nie oder halfen anderen mehr als sich selbst. Sie waren vom Ego befreit und Selbstlos führten sie ihr Leben. Natürlich kann man davon ausgehen das sie sich auch der daoistischen Selbstkultivierung verschrieben hatten bevor sie zur Belohnung ihrer Taten auf Erden den Status eines Immortals erlangten.

 

 

Der Krieger

Der Krieger

Ein Krieger lebt vom Handeln, nicht vom Denken über das Handeln oder vom Denken darüber, was er denken wird, wenn er mit dem Handeln fertig ist.

Carlos Castaneda

Durch jahrelanges Training des Körpers, der Energie und des Geistes entwickelt sich der Mensch auf dem Weg des Kriegers weiter. Aber nur wenn all drei Aspekte des menschlichen Daseins auch mit einbezogen sind.

San Bao die drei Schätze müssen dabei gleichmäßig gefordert und gefördert werden sonst wird die Ausbildung nicht komplett sein. Jing / Körper, Qi/ Vitalenergie und Shen/ Geist sind diese drei Schätze des Menschen.

In einer Ausbildung zum Krieger werden genau diese drei Schätze kultiviert. Im Vergleich zu einer Kämpfer- Ausbildung ist die Ausbildung zu einem Krieger viel komplexer und auch das ganze Leben andauernd.

Der Kämpfer braucht einen trainierten Körper und ein Spektrum von Techniken die er einsetzen kann. Gepaart mit etwas Taktik und Strategie fertig ist die Ausbildung . Den Gipfel seiner Leistungsfähigkeit kann ein Kämpfer für ein paar Jahre halten dann setzen wie bei jedem Sportler die altersbedingten körperlichen Limitierung ein.

Jemand der eine Krieger Ausbildung beschreitet wird natürlich auch an seinen Körper arbeiten und sollte natürlich auch den Kampf / Wettkampf geübt haben. Dies dient ihm dazu die Limitierung des Körpers und seine Leistungsfähigkeit kennen und abschätzen zu erlernen. Aber wie schon weiter oben gesagt ist das nur ein Teil der Ausbildung. Genau dieser Teil der Ausbildung lässt den ausgebildeten Krieger später schnelle und richtige Entscheidung fällen. Denn hat gelernt im Kampf schnell zu reagieren und zu agieren. Dies führt den Krieger durch die geistige Reflexion der Kämpfe immer schneller zu richtigen Entscheidungen. Kann er dieses Krieger- Geist im Alltag umsetzen ist er ein guten Schritt weiter gekommen in seiner Ausbildung. Ruhe und Gelassenheit gepaart mit innerer Kraft lässt einen Krieger immer die Mitte wahren. Die innere Kraft entsteht durch Übungen mit dem Qi. Im diesen Teil der Ausbildung werden Qi Gong und Neigong herangezogen. Qi Gong macht den Menschen gesund und erhält ihn gesund. Qi Gong öffnet Blockaden so das die Vitalenergie frei durch den Körper zirkulieren kann dies bedeutet Gesundheit. Neigong erhöht die Menge von Vitalenergie somit sind wir vitaler, konzentrationsfähiger und die mentale Klarheit ist immer vorhanden. Die Kultivierung des Geistes wird in der Ausbildung eines Kriegers durch die Meditation vollzogen. Dieses Ausbildungsabschnitt ist der Peak und hierfür sollte die körperliche und energetische Kultivierung schon fortgeschritten sein. Körperliche Blockaden lassen während der Meditation den Geist nicht zur Ruhe kommen da er immer wieder vom Körper abgelenkt wird. Ist nicht genug Qi vorhanden kann die Aufmerksamkeit während der Meditation nicht aufrecht erhalten werden.

San Bao- die drei Schätze

Die drei Stufen Ausbildung:

  • Körper/Jing -> Flexibilität, Dao Yin, Stabilität, Kung Fu- Technik- Training, Konditionierungen
  • Energie/Qi -> Qi Gong, Neigong
  • Geist/ Shen -> Meditation

Diese drei Stufen können einzeln abgearbeitet werden oder aber auch in ausgesuchten Übungen zusammen fließen. Ein gutes Beispiel ist hierfür ist das Zhan Zhuang die Stehenden Säulen bei der alle drei Ebenen einfließen können.

Der Krieger Geist ist für die Gesellschaft sehr wichtig. Das beobachte ich immer mehr. Debatten, Diskussionen werden immer mehr emotional geführt und dabei bleiben Fakten meist außen vor. Je lauter und emotionaler desto mehr Recht so kommt es mir vor.

Es ist Zeit mehr Warrior auszubilden um die Yin Yang Balance fördern und damit die derzeitigen gesellschaftlichen Schieflage entgegen zu wirken!

Ohne Geschicklichkeit kann Stärke nicht zum Tragen gebracht werden, und ohne Stärke kann Wissen nicht angewendet werden.

Alexander der Große

Dem Universum / Dao Vertrauen?

Wir entwickeln Gnade, während wir lernen, dass sich das Leben mit der leitenden Hand des Universum / Dao genau so entfalten wird, wie es sollte.

Die Idee, dem Universum zu vertrauen, ist heutzutage sehr beliebt, aber viele von uns wissen nicht, was dies wirklich bedeutet, und es fällt uns oft schwer, dies zu tun. Dies liegt zum Teil daran, dass die Geschichte der Menschheit am häufigsten als eine Geschichte über Kampf, Kontrolle und Überleben dargestellt wird, anstatt über Vertrauen und Zusammenarbeit mit dem Universum. In Wahrheit müssen wir uns jedoch an beide Ideen in diesem Leben halten.

Einerseits gibt es viel zu sagen über die Ausübung der Kontrolle über unsere Umwelt. Wir haben Schutz geschaffen, um uns vor den Elementen zu schützen. Wir haben nach Tieren gejagt und die Landwirtschaft erfunden, um uns selbst zu ernähren. Wir haben soziale Infrastrukturen aufgebaut, um uns zu schützen und Gemeinschaft zu schaffen. So überleben und wachsen wir als Zivilisation. Es ist jedoch auch klar, dass es viele Dinge gibt, die wir nicht kontrollieren können, egal wie sehr wir es versuchen, und wir erhalten oft Unterstützung von einer unsichtbaren Kraft – einem Universum, das uns mit dem versorgt, was wir nicht für uns selbst bereitstellen können.

Es ist eine gute Idee, Verantwortung für die Dinge im Leben zu übernehmen, die wir kontrollieren oder erschaffen können. Wir arbeiten, damit wir unsere Lieben und uns selbst ernähren, kleiden und schützen können. Wir manifestieren unsere Träume und Visionen in physischer Form mit harter Arbeit und Voraussicht. Aber zu einem bestimmten Zeitpunkt, wenn wir alles getan haben, was wir können, müssen wir loslassen und dem Universum erlauben, die Kontrolle zu übernehmen. Dies erfordert Vertrauen. Es erfordert ein Vertrauen, das tiefer geht, als nur zu erwarten, dass die Dinge so werden, wie wir es wollen. Manchmal werden sie und manchmal werden sie nicht. Wir entwickeln Gleichmut und Anmut, während wir lernen, darauf zu vertrauen, dass sich das Leben mit der leitenden Hand des Universums genau so entfalten wird, wie es sollte. Wir stehen in einer ständigen Beziehung zu einem Universum, das auf unsere Gedanken und Handlungen reagiert.

Mit reinem Herz wächst die Schönheit

Mit reinem Herz wächst die Schönheit

Cai Yong war auch unter dem Namen Cai Bojie bekannt. Er war eine bekannte Literaturgröße des Qi-Bezirks in der Provinz Henan, während der Östlichen Han Dynastie (202 bis 220 n.Chr.) Cai Yong war dafür bekannt, dass er auf Moral und Gerechtigkeit großen Wert legte. Er liebte das Lesen, die Mathematik, die Astronomie und das Musizieren.

Um seine Tochter Cai Wenji zu erziehen, schrieb er einen Essay mit dem Titel „Lehren für Frauen“. Er hatte nichts dagegen, dass seine Tochter sich schön kleidete und schminkte. In Wirklichkeit war er der Meinung, dass sich die Frauen leicht schminken sollten, um besser auszusehen, und sie auf ein sauberes und glänzendes Haar achten sollten. Doch noch wichtiger sei es für eine Frau, ihre innere Schönheit zu pflegen, und das mehr, als ihre äußere.

In den „Lehren für Frauen“ schrieb Cai Yong: „Wie Kopf und Gesicht, so braucht auch das Herz Pflege. Wenn du dir einen Tag das Gesicht nicht wäscht, dann wird es Schmutz anziehen. Wenn du einen Tag lang versäumst, die Freundlichkeit zu pflegen, dann wird das Böse sich in dein Herz schleichen. Wenn du dein Gesicht nicht pflegst, wird selbst ein Verrückter sagen, dass du schlampig bist.

Wenn du nicht auf Moral achtest, wird dich ein moralischer Mensch schlecht finden. Darum, wenn du in den Spiegel siehst, überlege, ob dein Herz rein ist. Wenn du Parfümöl benutzt, überlege, ob dein Herz ruhig und friedlich ist. Wenn du dich schminkst, überlege, ob dein Geist sauber ist.

Wenn du dein Haar anfeuchtest, überlege, ob dein Geist befreit ist. Wenn du dein Haar bürstest, überlege, ob dein Geist vernünftig und angemessen ist. Wenn du dein Haar zum Knoten schlägst, überlege, ob deine Geisteshaltung genauso gepflegt und ordentlich ist, wie dein Haarknoten. Wenn du deine feinen Haare ordentlich und sauber um dein Gesicht legst, überlege, ob dein Herz genauso ordentlich und sauber ist.“

Mal sehen ob ich so etwas auch für Männer in den Chinesischen Klassikern finde…;)

Gute Zeit